"Porträt über den Maler Michael Triegel"

HD Dokumentation für ServusTV September 2011

„Ich male altmeisterlich, mit zwanzig Lasuren, ich nehme Auftragswerke an und male auch noch den Papst – mehr Tabubrüche gehen nicht.“ Michael Triegel

Seit seinem Papstporträt ist er weltberühmt. Michael Triegel, 1968 in Thüringen geboren und in der DDR als Atheist aufgewachsen. Er studierte in Leipzig an der berühmten Hochschule für Grafik und Buchkunst. Seitdem hat er sich mit biblischen und mythologischen Stoffen sowie Altarbildern einen Namen.
Sammler und Museen in aller Welt schmücken sich mit seinen Werken. Auch die Kirche ist begeistert. Doch viele Malerkollegen halten Triegel für einen Kunstreaktionär. Denn seine Wahlverwandten sind vor allem Maler der italienischen Renaissance wie Giovanni Bellini, Raffael, Leonardo. Wie kein anderer zeitgenössischer Maler beherrscht er die Technik der Alten Meister, die Praxis der vielfachen Öllasuren, mit denen er virtuose Licht- und Schattenwirkungen erzielt. Bei ihm entstehen keine Bilder am Fließband. Seine Arbeit braucht Zeit. Da muss erst eine Schicht trocknen, bevor er die nächste auftragen kann. In seinem Atelier in der Leipziger Baumwollspinnerei, wo viele Künstler der Neuen Leipziger Schule wie Neo Rauch arbeiten, stehen meterhohe Leinwände. Hierher kommt Triegel täglich, um zu malen. Acht Stunden. Triegel ist ein Arbeiter mit einem Plan. Einer, der sich malend mit der Welt um ihn herum auseinander setzt. Mit Bildern, die auf den ersten Blick wie altbekannte Werke der Kunstgeschichte wirken, auf den zweiten Blick jedoch die Zweifel unserer Zeit offenbaren. Schaut man Triegel beim Malen zu, fühlt man sich in die Malerwerkstätten der Renaissance versetzt. Beobachtet man den Maler in seinem Atelier, gleicht es einer Reise in die Vergangenheit. Setzt man sich mit den Inhalten seiner Werke auseinandersetzen, gleitet der Blick in die Gegenwart.
Der Film begleitet Michael Triegel nach Rom, zu den Inspirationsquellen seiner Kunst, führt an seine Kindheitsorte Erfurt und Weimar, zeigt den Maler im Gespräch mit Vertretern der Kirche, Sammlern und vor allem beim Malen. Der Film lüftet das Geheimnis seines Arbeitens und entdeckt einen bodenständigen Menschen.

 

Alle Abbildungen: © Michael Triegel